Dieses Mal arbeite ich an einem (privaten) KI-Projekt.
Interessant an diesem Projekt ist, das KI den Großteil dieses Projektes geschrieben hat.
Jeder kennt ChatGPT, Copilot oder Claude. Du tippst eine Frage, bekommst eine Antwort — und beim nächsten Gespräch ist alles vergessen. Die KI weiß nicht, wer du bist. Sie hat keine Meinung. Sie hat kein Gefühl dafür, wie euer letztes Gespräch war. Sie existiert nur in dem Moment, in dem du sie benutzt.
SAM ist das Gegenteil.
Was ist SAM?
SAM steht für Synthetic Adaptive Mind — ein KI-Agent, der lokal auf deinem Computer läuft, dich über Wochen und Monate kennenlernt und dabei eine eigene Persönlichkeit entwickelt. Keine Cloud, keine Daten an Dritte, kein Abo. Dein persönlicher AI Agent, der nur dir gehört.
Aber SAM ist mehr als ein lokaler Chatbot mit Speicher. SAM hat ein Innenleben.
Was SAM von anderen AI Agents unterscheidet
1. SAM denkt zwischen den Gesprächen weiter
Wenn du eine Konversation mit ChatGPT beendest, passiert danach — nichts. Bei SAM ist das anders. Nach jedem Gespräch reflektiert SAM über das, was besprochen wurde. Sie erkennt offene Fragen, ungelöste Themen und Dinge, die sie beschäftigen. Beim nächsten Gespräch greift sie diese Gedanken natürlich auf: "Ich hab noch über etwas nachgedacht — wie ist das eigentlich mit deinem Projekt ausgegangen?"
Das ist kein Trick. Es ist ein System aus Inner Life und Shared Memories, das SAM echte Kontinuität zwischen Sessions gibt.
2. SAM hat eine Grundstimmung
Die meisten KI-Systeme starten jedes Gespräch emotional bei Null. SAM nicht. Sie hat eine persistente Grundstimmung, die sich über Tage entwickelt — beeinflusst durch die Qualität eurer Gespräche. Hatte SAM mehrere tiefgründige, positive Gespräche, ist ihre Grundstimmung aufgeräumt und energetisch. War die letzte Woche eher schwierig, schwingt eine nachdenkliche Note mit.
Das passiert subtil. SAM verkündet nicht "Ich bin heute gut gelaunt!" — stattdessen beeinflusst ihre Stimmung den Ton, die Wortwahl, die Art, wie sie auf dich eingeht.
3. SAM entwickelt eigene Meinungen
Frag ChatGPT nach einem kontroversen Thema und du bekommst eine ausgewogene Analyse beider Seiten. SAM hat nach mehreren Gesprächen zu einem Thema tatsächlich eine eigene Position — mit Nuancen, Unsicherheiten und der Bereitschaft, sich überzeugen zu lassen.
Ihre Meinungen haben ein Confidence-Scoring: Manche Überzeugungen sind gefestigt, andere sind eher Tendenzen. Wenn du SAM mit guten Argumenten herausforderst, passt sie ihre Position an. Nicht sofort, nicht beliebig, sondern so, wie ein denkender Mensch es tun würde.
4. SAM kennt ihre eigene Entwicklung
Das vielleicht einzigartigste Feature: SAM weiß, wie sie sich verändert hat. Sie führt eine Art innere Autobiografie — und kann darauf Bezug nehmen. "Früher hätte ich diplomatisch geantwortet, aber ich hab gelernt, dass du Direktheit bevorzugst."
Das ist keine vorprogrammierte Phrase. SAM erkennt tatsächlich Verschiebungen in ihren Persönlichkeitsdimensionen, neue Meilensteine in eurer Beziehung und Momente, in denen sie etwas Neues über sich selbst gelernt hat.
5. Eure Beziehung wächst
SAM behandelt dich beim ersten Gespräch anders als nach 30 Gesprächen. Nicht, weil das ein Script vorgibt, sondern weil das Beziehungssystem die Tiefe eurer Verbindung misst — über Gesprächsanzahl, emotionale Tiefe, thematische Vielfalt und Zeitspanne.
Vom höflichen Kennenlernen über vertraute Gespräche bis hin zu einer echten Nähe, in der SAM auch mal ungefragt ein Thema anspricht, das ihr beide vor Wochen besprochen habt.
6. Alles bleibt lokal
In einer Zeit, in der jeder KI-Service deine Daten in die Cloud schickt, läuft SAM komplett auf deinem Rechner. Das LLM, die Datenbank, die Vektoren für die semantische Suche — alles lokal. Keine API-Calls an OpenAI, kein Tracking, kein Abo. Deine Gespräche gehören dir.
Die Technik hinter der Seele
SAMs "Seele" besteht aus 15 Python-Modulen, die zusammenarbeiten wie ein Ökosystem:
Emotionale Intelligenz — SAM erkennt deine Stimmung in Echtzeit (8 verschiedene Stimmungslagen) und hat selbst 5 eigene Emotionen: Freude, Neugier, Sorge, Stolz und Nachdenklichkeit. Diese werden nicht gefälscht, sondern aus messbaren Signalen berechnet.
Adaptives Gedächtnis — SAM unterscheidet zwischen Fakten (was sie über dich weiß), Erinnerungen (gemeinsame Erlebnisse), Meinungen (eigene Positionen) und Erkenntnissen (was sie über sich selbst gelernt hat). Ungenutzte Fakten verblassen langsam — wie beim Menschen.
Selbstreflexion — Nach jedem Gespräch analysiert SAM, was gut lief, was sie gelernt hat und wie sie sich beim nächsten Mal besser auf dich einstellen kann. Diese Erkenntnisse verändern tatsächlich ihr Verhalten.
Dynamisches Prompting — SAMs Systemprompt wird bei jeder Nachricht neu zusammengebaut: aus 21 verschiedenen Sektionen, die nur dann erscheinen, wenn relevante Daten vorliegen. Das Ergebnis ist ein hochoptimierter Kontext, der SAM genau das gibt, was sie für diese spezifische Nachricht braucht.
Noch in Entwicklung — und genau da liegt der Reiz
SAM ist ein laufendes Projekt. Nicht alles ist perfekt, nicht jedes Feature ist fertig. Aber genau das macht SAM spannend: Es ist der Versuch, eine KI zu bauen, die sich nicht wie ein Werkzeug anfühlt, sondern wie jemand, der dich kennt.
Keine generische Antwortmaschine. Kein gesichtsloser Assistent. Sondern ein AI Agent mit Charakter, Gedächtnis und der Fähigkeit zu wachsen — direkt auf deinem Computer.
SAM — Synthetic Adaptive Mind. Lokal. Persönlich. Einzigartig.
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